Hartz IV Möbel

»Du hast kein Geld für Möbel? Dann bau’ Dir selber welche!« Passend zur Selber-Machen-Welle hat der Berliner Architekt und Rapper Van Bo Le-Mentzel (*1977), bislang meist bekannt als Le van Bo, mit seiner Initiative einen Nerv getroffen: Nach seinen Anleitungen wurden ein kubisches Sofa, der »Berliner Hocker« oder ein Sitzmöbel namens »24-Euro-Chair« schon hundertfach von Laien selbst gebaut – zu einem Preis, den sich auch ein Hartz-IV-Bezieher leisten kann. Eine Musterwohnung, ausgestattet mit diesen Möbeln, beweist, dass es sich auch ohne teure Selbstdarstellung sehr geschmackvoll leben lässt.

Van Bo Le-Mentzels Aufruf im Netz, ihm ähnlich gute Ideen zu schicken, kamen viele User nach. Das Ergebnis dieses »Crowdsourcing« ist dieses Taschenbuch mit intelligenten Selbstbaumöbeln, vom Multitalent mit (Lebens-)Weisheiten rund ums Möbelbauen versehen und in Buchform gepackt. Mit Bauplänen und Materiallisten und garantiert für jeden machbar.


Die Kultur der Reparatur

Kaum ist das Display des Smartphones zersprungen, wird schnell ein neues gekauft und das alte entsorgt. Dieser Wegwerfkultur müssen wir entgegenwirken: indem wir wieder lernen, Kaputtes selbst zu reparieren. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums in München, setzt sich an die Spitze der Do-it-Yourself-Bewegung und zeigt uns, dass Tüfteln nicht nur die Umwelt schont, sondern auch sehr viel Spaß macht!


Es reicht!

Leise Töne sind seine Sache nicht, auch nicht im Alter von über 70 Jahren. Ex-Präsident Sarkozy verglich seine Antiwachstumsbewegung Décroissance schon einmal mit Terrorismus - zu Unrecht, denn gewaltsame Veränderungen sind Serge Latouche fremd.

Was er hingegen liebt, ist die wortstarke Provokation, und so fordert er nichts anderes als eine radikale Absage an die "Religion der Ökonomie". Konkret plädiert Latouche für einen politischen und wirtschaftlichen Mix aus Schrumpfung und Regionalisierung sowie die Übertragung aller echten Kosten auf die Verursacher "ökologischer und sozialer Funktionsstörungen", die Unternehmen.

In "Es reicht!" präsentiert die Gallionsfigur der französischen Wachstumskritik ein Politik-Programm jenseits des Wachstums, ein Plädoyer für eine Welt der Suffizienz, Einfachheit und bescheidenen Fülle. Seine Abrechnung mit dem Wachstumswahn wird begleitet von einem Vorwort von Niko Paech.


ReparaturRat Oldenburg