RessourcenZentrum


Ein Ressourcenzentrum

Produkte retten - Ressourcen schonen - Geld sparen

Das Konzept

Der ReparaturRat Oldenburg e.V. initiiert als gemeinnütziger Verein Aktivitäten, die im wei­tes­ten Sinne zur ressourcen­scho­nenden Nutzungsdauerverlängerung ma­terieller Güter bei­tra­gen. Sein aktuelles Hauptanliegen besteht darin, ein multifunktionales RessourcenZentrum als Teil einer nachhaltigen und resilienten kom­­munalen Versorgung in der Ofener Straße 50b, Oldenburg, zu entwickeln. Dort sind Reparaturstationen beheimatet, die ein breites Spektrum an Gebrauchsgütern abdecken. Die pro­fes­si­o­nel­len Re­pa­ra­teure konkurrieren weder mit Repair Cafés, noch mit dem ortsansässigen Ein­zel­han­del oder dem Handwerk. Im Gegenteil: Sie lenken die Nachfrage und mediale Auf­merk­sam­keit auf nut­zungsdauerverlängernde Maß­nah­men jeglicher Art. Sie konzentrieren sie sich auf Re­pa­ra­turleistungen, die momentan nicht an­derweitig angeboten werden, schließen also Ver­sor­gungs­lücken. Ansonsten weckt und bün­delt das RessourcenZentrum die Reparaturnachfrage und vermittelt diese an lokale Un­ter­neh­men, die entsprechende Ser­vices anbieten. Daraus er­gibt sich eine Marketingwirkung und Wirt­schaftsförderung zu­gunsten nach­haltig­keits­orien­tier­ter Einzelhandels-, Handwerks- und Ser­vice-Betriebe. Auch Un­ternehmensgründungen oder neue Geschäftsfelder etablierter Fir­men, die sich der Nut­zungsdauerverlängerung wid­men, würden damit unterstützt.

Das RessourcenZentrum kooperiert mit dem kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) und dem Sozialkaufhaus Mehr-Wert. Diese beiden Betriebe sortieren reparable Ge­­genstände aus und lassen von den Reparaturstationen gerettete Gegenstände aufarbeiten, damit sie ver­­mark­­tet oder über einen sog. „Verschenkmarkt“ in Nutzungszyklen zurückbefördert werden kön­­nen. Die Reparatureinrichtungen des RessourcenZentrums dienen auch als Lernort. Hier wer­den Lehr­gän­­ge, Workshops, Informationsveranstaltungen etc. angeboten, die sich an Ver­braucher*innen, Schul­klassen und Unternehmen richten.

Darüber hinaus soll das RessourcenZentrum ein weiteres Problem lösen helfen: Zunehmende Leer­stände, die nicht nur zu einer ökonomischen, sondern im Gefolge davon auch sozialen Ver­ödung der Innenstädte führen, dürften aufgrund der Corona-Krise ein bisher nicht ge­kann­tes Ausmaß erreichen.

Ausgestaltung des Oldenburger RessourcenZentrums

Das multifunktionale Res­sour­cen­Zentrum ist in einer Immobilie (Ofener Straße 50b) unter­ge­bracht, die ein Jahr nicht vermietet wurde. Hier läßt sich nicht nur eine brei­te Palette an pro­fessionellen und nicht kommerziellen Ver­sor­gungsleistungen (weiter-) entwickeln und bündeln, sondern ein Areal für Lernorte und be­glei­tende wissenschaftliche Aktivitäten schaffen.

Abb. 1: Kommunales/regionales Ressourcenzentrum

(1) Multiple Formen der Nutzungsdauerverlängerung tragen dazu bei, Bedürfnisse im Ge­brauchsgüterbereich weitgehend produktionslos zu befriedigen.

  • Im RessourcenZentrum sind Arbeitsstationen für professionelle Handwerker*innen oder Re­pa­raturbetriebe angesiedelt (Textilien, Schuhe, Möbel, Haushaltsgeräte, Elek­tronik, digitale Endgeräte etc.). Die Finanzierung speist sich aus unterschiedlichen Leis­tungen, die sich je nach Auslastung und Nachfrage ergänzen:
    • Reparatur- und Instandhaltungsservices könnten zu marktüblichen Preisen ange­bo­ten werden.
    • Zusätzlich können Reparaturen im Auftrag lokaler Einzelhändler*innen ausgeführt werden, die mit dem Zentrum kooperieren und sich über eine jährliche Umlagefinanzierung an den Kosten des Betriebs beteiligen. So gelänge es Einzelhändler*innen, ihren Kund*innen einen Service zu bieten, den sie selbst in Ermangelung entsprechender Kom­pe­ten­zen und Ressourcen nicht erbringen können. Dies ähnelt dem Prinzip der So­li­da­rischen Land­wirtschaft, wobei anstelle der aufzuteilenden Ernte ein bestimmtes Quan­tum an Re­paraturkapazitäten je nach Finanzierungsanteil in Anspruch genom­men werden kann.
    • Verbraucher*innen können Leistungsgutscheine oder -coupons erwerben oder abon­nie­ren, die erstens für unterschiedliche Reparaturleistungen und zweitens für die Teil­nah­me an Weiterbildungs- oder Prosumentenworkshops verwendet werden können. Diese Coupons können übertragbar sein.
    • Es werden Produkte aufgearbeitet oder instandgesetzt, die durch eine in das Zentrum zu integrierende Second-Hand-Verkaufsstelle vermarktet werden.
  • Die Kooperation mit dem AWB und dem Sozialkaufhaus Mehr-Wert zielt darauf, systematisch jene Objekte aus dem Haus- und Sperrmüll auszusondern und dem RessourcenZentrum zu überlassen, die sich aufarbeiten und vermarkten lassen.
  • Ergänzend dazu ließe sich ein Verschenkmarkt für Produkte einrichten, die nicht ver­mark­tet werden können oder sollen, etwa weil deren Vorbesitzer*innen beabsichtigen, diese kosten­los weiterzugeben.

(2) Im RessourcenZentrum sind auch kleine Produktionsstätten untergebracht, etwa Produktionslabore (ähnlich dem Werkzeugmaschinenlabor der Hochschule Augsburg: https://www.hs-augsburg.de/fmv/wml.html), Fablabs oder Manufakturen für Kleinstauflagen („Losgröße 1“). Ein Experimentierfeld für die lokale Erzeugung von Gebrauchsgütern wäre orientiert an

  • einem langlebigen, modularen und reparablen Design,
  • der Einbindung des/der späteren Nutzer*in in den Planungs- und Entstehungsprozess,
  • einer Verbindung zwischen den Grundsätzen der Lean Production und der Wieder- und Weiterverwendung zuvor genutzter Materialien (Upcycling) und
  • einer Bedarfs- anstelle Marktorientierung.

(3) Die Gemeinschaftsnutzung einer breiten Palette von Gebrauchsgegenständen könnte im Res­sourcenZentrum ebenfalls eine Plattform finden, ganz gleich ob kommerziell oder kosten­los: Werkzeuge, Lastenfahrräder, Textilien, Nähmaschinen, Gartengeräte, Möbel, digitales Equipment für Medienarbeit und Kunst etc.

(4) Die Verteilung und Distribution von Nahrungsmitteln aus regionaler Erzeugung, etwa aus Be­trieben der Solidarischen Landwirtschaft, aber auch „gerettete“ Lebensmittel von Food­sharing-Initiativen finden im RessourcenZentrum statt und werden vor dort koordiniert.

(5) Als Lernort für postwachstumskompatible Praktiken, Lebensführungen und berufliche Aus­bildung lassen sich diverse Adressatengruppen ansprechen:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in abgewandelter Form,
  • schulische Weiterqualifizierung,
  • berufliche Weiterbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel im Handwerk,
  • Kurse für Prosument*innen und Ko-Produzent*innenen zwecks Kompetenzaufbau für Sub­sis­tenz­ak­tivitäten: Reparatur, Instandhaltung, Upcycling, Produktion in Eigenarbeit, Nahrungs­anbau und -verarbeitung, Haushaltstechniken etc. sowie
  • Vortragsveranstaltungen und Workshops jeglicher Art.

(6) Weiterhin ließe sich eine Forschungsstelle für Resilienz und Postwachstumsökonomie einrichten.

  • Inkubator für Konzepte einer resilienten Stadtökonomie,
  • (Begleit-) Forschung in den Bereichen Obsoleszenz, Nutzungsdauerverlängerung, Re­pa­ra­tur, Produktion, Upcycling etc.,
  • Citizen Science-Konzepte sowie
  • Transformationsforschung in Bezug auf eine horizontale Ausbreitung (soziale Diffusion) von Ressourcenzentren.

(7) Das RessourcenZentrum könnte zudem als Intermediär wirken, indem die Nachfrage nach Reparaturdienstleistungen – statt sie vor Ort im Zentrum selbst zu befriedigen – an lo­ka­le Re­paraturbetriebe und -anbieter übermittelt wird. So könnte nicht nur der Repa­ra­tur­markt ge­stärkt oder reaktiviert werden, sondern es würden bislang kaum wahrgenommene Dienst­leis­ter*innen sichtbar. Obendrein entstünde eine sicherere Basis für neue Unter­neh­mens­grün­dungen und Geschäftsfelder, die auf einer nachhaltigen und resilienten Güternutzung be­­­ru­hen und ggf. neue Lernorte für Prosumenten inkludieren.

(8) Die Labor- und Werkstattbereiche können (abends) für künstlerische Beiträge genutzt werden.

Durch das RessourcenZentrum könnte eine Umgebung entstehen, die auch Personen ohne kon­­krete Reparaturnachfrage oder Nachhaltigkeitsbezug zum Verweilen, Lernen oder Be­such von Veranstaltungen einlädt. Eine möglichst offene Atmosphäre würde es ermöglichen, bei einer Tasse Tee oder Kaffee an Reparatur-Vorführungen oder -Kursen teilzuhaben. Ein offener Werk­stattbereich könnte genutzt werden, um gemeinsam mit anderen oder unter An­leitung von Expert*innen selbst Reparaturen auszuführen. Das Zentrum ließe sich durch passende Events zu einem pulsierenden Ort aufbauen, der das Stadtleben bereichert. Umkränzt von Re­­pa­ratur-Stationen, kleineren Läden und Werkstattelementen wäre ein frei bespielbares Areal denkbar, um Vorführungen, Vorträge, Workshops, Filme, Partys oder andere Events zu plat­zie­ren.


Was bieten wir den Betrieben?
Neue Kund*innen
Werbewirkung
Größere Sichtbarkeit

Was bieten wir den Kund*innen?
Dienstleistungen und aktive Mitwirkung:
Repair | Upcycling | Reuse | Resell
Secondhand | Redesign
Local Production | Sharing
Sharepoint:
Werkstätten | Kleidung | Lastenräder
Werkzeug | Nahrungsmittel
Lernort:
Workshops | Seminare | Online-Tutorials
Mobiler Service:
Reparaturstationen auf Lastenrädern
Secondhand Markt:
Verkauf von gebrauchten und
aufgearbeiteten Objekten


Das RessourcenZentrum Oldenburg
schafft einen Raum für den Erhalt der Dinge.

Das Zentrum ist ein Ort, der Verbraucher*innen,
Handwerker*innen und Kreative zusammenbringt,
die sich für einen zukunftsfähigen
Umgang mit Produkten einsetzen.
Das Zentrum bildet einen bunten Markt
für Projekte der ökologischen
und sozialen Nachhaltigkeit.

Dieser Ort lädt zum Verweilen, Mitmachen und Lernen ein.

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Redesign | Local Production | Sharing