Die Welt reparieren

Weltweit entstehen immer mehr Initiativen des Selbermachens, in denen eine Vielfalt von Anliegen und Problemen kollektiv bearbeitet werden. In diesen – jenseits von Markt und Staat angesiedelten – kollaborativen Zusammenhängen wird ein basisdemokratisch orientiertes Verständnis von Zusammenleben und Urbanität erprobt und zugleich nach ökologisch und sozial sinnvollen Lösungen für grundlegende Formen der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie sowie für alle zugängliche Technik gesucht. Dabei entstehen faszinierende neue Formen des gemeinsamen Produzierens, Reparierens und Tauschens von Dingen, die die industrielle Logik des 20. Jahrhunderts herausfordern und sogar auf den Kopf stellen.

Das Buch widmet sich der visionären Kraft dieser vielversprechenden innovativen Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« gesellschaftlicher Transformation.


Change!

Die Party ist vorbei
Unsere Erde wird ausgeplündert, die Vielfalt des Lebens schrumpft dramatisch. CHANGE! Mit diesem Appell baut der Autor eine Brücke in die nahe Zukunft. Was müssen wir jetzt tun, damit unsere Kinder und Enkel noch gut leben können?
Schluss mit dem Wachstumswahn, entschlossener Kampf gegen den Klimawandel, Schutz der Biodiversität, Lebensqualität durch mehr Freizeit und ein solidarisches Miteinander, Ego ist out, weniger Konsum, weniger Autos, weniger Flüge, Steuern auf Ressourcen (Wasser, Bodenschätze, Luft), weniger Chemie, Plastik und Industrienahrung, ein starker Staat, der den zügellosen »freien Markt« kontrolliert, zerschlagen von Monopolen (Digitalisierung, Industrie, Ernährung). Das Ziel: ein humanes Leben in Einklang mit der Natur.
»Wir stehen am Wendepunkt des 21. Jahrhunderts. Hier entscheidet sich unsere Zukunft. Kein Hollywood-Held wird uns retten. Wir müssen handeln. JETZT! «

Graeme Maxton ist Ökonom, scheidender Generalsekretär des Club of Rome und erfolgreicher Buchautor. Seine scharfe Kritik am modernen ökonomischen Denken veröffentlichte er in den Bestsellern Ein Prozent ist genug: Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen und Die Wachstumslüge. Der gebürtige Schotte lebt heute in der Schweiz.


Das Ideal des Kaputten

Alfred Sohn-Rethel, der sich selbst der Kritischen Theorie zurechnete, war nicht nur Kritiker der politischen Ökonomie und des deutschen Nazifaschismus. Zeitlebens beschäftigte ihn die eine Frage: Wie ist gesellschaftliche Synthesis qua Warentausch möglich?

Sohn Rethel verfasste über die wissenschaftlichen Arbeiten hinaus zudem Kurzgeschichten, die nicht nur literarische Qualität besitzen, sondern auch in enger Beziehung zu seinen erkenntniskritischen Arbeiten stehen, die der Öffentlichkeit unter anderem durch die Veröffentlichung von Geistige und Körperliche Arbeit (1970) zugänglich gemacht wurden und für kontroverse Diskussionen und einige intellektuelle Erschütterungen sorgten.

In dem vorliegenden Band, der als erläuterndes Nachwort einen Essay von Carl Freytag enthält, finden sich fünf Erzählungen von Alfred Sohn-Rethel, die sich der Konfrontation des Menschen mit der Natur verdanken: in Gestalt nicht völlig domestizierter Tiere (ein Esel, zwei Ratten, ein Elefant), der Urgewalt des Vesuvs und der sanften, aber unaufhaltsamen Verrottung der Dinge, die von der synthetischen Gesellschaft als Waren hervorgebracht wurden. Drei der Geschichten spielen im Neapel der 1920er Jahre, zwei in der Nachkriegszeit in Großbritannien, wo Sohn-Rethel nach seiner Emigration im Jahr 1936 lebte, bis er in den 1970er Jahren wieder nach Deutschland zurückkehrte und an der Universität forschen und lehren konnte.


ReparaturRat Oldenburg